Ein Manuskript oder einen Unternehmensbericht Korrektur zu lesen, beschränkt sich nicht darauf, Rechtschreibfehler zu korrigieren. Sobald der Inhalt gestaltet ist, tauchen neue Probleme auf: eine isolierte Zeile oben auf einer Seite, ein ungeschickt am Zeilenende getrenntes Wort, Ränder, die von einer Seite zur anderen verrutschen. Diese Mängel, die in einer einfachen Textverarbeitung unsichtbar sind, springen ins Auge, sobald das Dokument gedruckt oder als PDF exportiert wird. Genau das ist das Terrain von Proofcheck, einer Webanwendung, die die Korrektur bereits gestalteter Inhalte automatisiert. Konzipiert für Fachleute aus Verlagswesen und Layout, stützt sie sich auf maschinelles Lernen und automatische Sprachverarbeitung, um direkt PDF- und ePub-Dateien zu analysieren. In wenigen Sekunden wird ein 300-seitiger Roman oder ein 400-seitiger Unternehmensbericht durchleuchtet, auf der Suche nach typografischen Fehlern ebenso wie ästhetischen Mängeln. Dieser Artikel beschreibt im Detail die Funktionsweise des Tools, seine Hauptfunktionen, konkrete Anwendungsfälle und die Vorteile, die es redaktionellen Teams bringt.
Was ist Proofcheck?
Proofcheck ist eine mehrsprachige Webanwendung zur Korrekturlesung, die maschinelles Lernen und automatische Sprachverarbeitung kombiniert. Ihre Besonderheit liegt in der Art der Dateien, die sie analysiert: Statt sich auf reinen Text zu beschränken, öffnet sie Formate, die von klassischen Korrekturprogrammen bisher schlecht unterstützt wurden, wie PDF und ePub. Das macht sie zu einer geeigneten Lösung für Inhalte mit starkem grafischen Anteil: Bücher, Magazine, Berichte und Präsentationen. Das Tool sucht nicht nur nach Rechtschreibfehlern: Es bewertet auch die Qualität des Layouts, indem es typografische Anomalien erkennt, die normalerweise nur ein geübtes Auge entdeckt. Ihre Engine verarbeitet umfangreiche Dokumente in wenigen Sekunden und funktioniert in Dutzenden von Sprachen, was sie für professionelle Content-Produzenten und redaktionelle Abteilungen bestimmt, die ein tadelloses Ergebnis garantieren müssen.
Hauptfunktionen
Proofcheck deckt zwei große Prüfungsfamilien ab. Bei der Typografie erkennt es Rechtschreibfehler, auch bei dokumentenspezifischen Begriffen, sowie doppelte Wörter und Satzzeichen. Es überprüft zudem Worttrennungen am Zeilenende und meldet solche, die gängige Stilregeln verletzen. Beim Layout erkennt das Tool automatisch Hurenkinder und Schusterjungen, also isolierte Zeilen am oberen oder unteren Seitenrand, sowie Stacks und Ladders, diese Anhäufungen von Wörtern oder Bindestrichen, die die Lesbarkeit beeinträchtigen. Es identifiziert auch inkonsistente Ränder und Innenabstände von einer Seite zur anderen. Zu diesen Prüfungen kommen die Kontrolle aller im Dokument vorhandenen Links und Hyperlinks sowie die Überprüfung von Bildern nach Größen-, Skalierungs- und Auflösungskriterien hinzu. Das Ganze funktioniert in Dutzenden von Sprachen, und die Layoutanomalien werden direkt auf den betroffenen Seiten annotiert. Das Tool unterstützt heute Buchkorrekturen im PDF-Format, mit einem angekündigten ePub-Tool und einer in Vorbereitung befindlichen Unterstützung des Word-.docx-Formats.
Anwendungsfälle
Der erste Anwendungsfall betrifft das Verlagswesen. Vor dem Druck kann ein Verleger oder Autor die PDF-Korrekturfahne seines Werks einreichen, um in einem Durchgang verbleibende Tippfehler und Satzfehler zu erkennen, wofür eine manuelle Seite-für-Seite-Korrektur Stunden dauern würde. Unternehmerische Redaktionsabteilungen nutzen es, um Jahresberichte, Whitepaper oder zur Verbreitung bestimmte Präsentationen zu validieren und sicherzustellen, dass das Layout über Hunderte von Seiten sauber bleibt. Layouter von Magazinen finden darin ein Sicherheitsnetz, um Hurenkinder, Schusterjungen und problematische Worttrennungen vor der Druckfreigabe zu erkennen. Schließlich schätzen mehrsprachig arbeitende Organisationen die mehrsprachige Erkennung, die das Jonglieren zwischen mehreren Korrekturprogrammen erspart. In all diesen Szenarien ist das Ziel dasselbe: eine mühsame visuelle Korrektur durch eine automatisierte und schnelle Kontrolle zu ersetzen.
Vorteile
Der Hauptvorteil von Proofcheck ist die Zeitersparnis: Ein Dokument mit mehreren hundert Seiten wird in wenigen Sekunden analysiert, gegenüber Stunden manueller Korrektur. Danach kommt die Zuverlässigkeit: Das Tool ermüdet nicht und erkennt systematisch Anomalien, die das Auge nach mehreren Arbeitsstunden übersieht, insbesondere subtile Layoutmängel. Durch die direkte Verarbeitung von PDF und ePub fügt es sich in den tatsächlichen Produktionsablauf der Verlage ein, ohne einen Konvertierungsschritt, der das Layout verfälschen würde. Die mehrsprachige Unterstützung erweitert seinen Nutzen auf internationale Teams. Schließlich vermeidet es durch die Kombination aus Rechtschreib- und Typografieprüfung die Vervielfachung von Tools und zentralisiert die endgültige Prüfung eines Inhalts vor der Veröffentlichung, was das Risiko kostspieliger Fehler nach dem Druck oder der Verbreitung des Werks verringert.
Preise
Proofcheck wird derzeit im Beta-Zugang angeboten und veröffentlicht noch keine detaillierte Preisliste mit bezifferten Stufen. Das Unternehmen, das eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen hat, konzentriert sein Angebot auf die Überprüfung von Buchkorrekturfahnen im PDF-Format, mit zusätzlichen Funktionen, die derzeit ausgerollt werden. Um die Zugangsbedingungen, mögliche Nutzungsgrenzen und kommende Modalitäten zu erfahren, ist es am sichersten, direkt die offizielle Website zu konsultieren oder das Team zu kontaktieren. Diese Situation entspricht dem Entwicklungsstand des Produkts: Die Preise können sich ändern, sobald neue Formate wie ePub und .docx offiziell eingeführt werden.
Fazit
Proofcheck erfüllt ein konkretes und von traditionellen Korrekturprogrammen schlecht abgedecktes Bedürfnis: die Qualität eines Inhalts zu validieren, sobald er gestaltet ist. Durch die direkte Analyse von PDF und ePub, die Erkennung sowohl von Fehlern als auch von Hurenkindern, Schusterjungen und Worttrennungen sowie die Verarbeitung umfangreicher Dokumente in wenigen Sekunden spart es Verlegern, Layoutern und Redaktionsabteilungen wertvolle Zeit. Sein noch junges Stadium, mit einer Beta ohne öffentliche Preisgestaltung und einigen Funktionen, die noch eingeführt werden, lädt dazu ein, es vor einer dauerhaften Integration zu testen. Für Verlagsfachleute, die Wert auf das Endergebnis legen, ist es ein Tool, das man genau im Auge behalten sollte.